Wie mein (k)ein guter Webentwickler wird

Schlechter Entwickler

Das Internet ist voll mit Leitfäden, wie man den nun ein guter Webentwickler wird. Man kann jeden einzelnen von ihnen lesen und wird dabei feststellen, dass diese sich immer ein klein wenig voneinander unterscheiden.

Ich bin der Meinung, dass es keinen perfekten Leitfaden zum guten Entwickler gibt, wohl aber einen, um kein guter Entwickler zu werden. Nach vielen Jahren in dem Beruf, habe ich schon einiges gesehen und möchte euch dies nicht vorenthalten.

Natürlich sind alle Texte etwas überspitzt dargestellt, aber grundsätzlich wahr.

Du machst was mit Computern.

Und zwar zocken! Da du es schaffst, dich in deinem liebsten Ego-Shooter auf einem Server einzuloggen, bist du für diesen Beruf praktisch prädestiniert. Schließlich macht man als Webentwickler auch nichts anderes. Außerdem kannst du die Taste W, A, S und D mit geschlossenen Augen bedienen und darauf kommt es schließlich an.

Du findest IDEs zu unübersichtlich.

Selbst Notepad++ ist dir noch zu bunt. Ein guter Entwickler braucht ohnehin keine Syntaxhervorhebung oder sonstigen Schnick-Schnack wie Auto-Vervollständigung. Du vertraust lieber auf dich und den Windows Editor, dieser ist ohnehin schon installiert.

Du programmierst mit HTML ... und CSS.

Du hast bereits in der Schule gelernt, dass HTML und CSS Programmiersprachen sind und dabei festgestellt, dass Programmieren total einfach ist!

Du brauchst einen Mac.

Schließlich haben alle guten Programmierer einen Mac ... sieht man doch auf Instagram.

Du bist modern.

Genau wie dein Browser. Weil du jetzt sowieso einen Mac hast und ohnehin nur mit dem Safari surfst, kannst du deine Seiten auch nur für diesen optimieren.

Du brauchst keinen Autoloader.

Bei einem Autoloader weiß man ohnehin nicht, woran man ist. Besser ist es alle Funktionen in eine Datei zu schreiben und diese immer einzubinden, dann bist du wenigstens sicher, dass alles immer da ist, wo du es haben willst.

Du pfeifst auf Objektorientierung.

Warum soll man sich die Arbeit unnötig kompliziert machen? Eine Datei mit ganz vielen If-Abfragen reicht doch völlig aus, dann verlierst du auf dem Server auch nicht die Übersicht.

Versionkontrolle machst du selbst.

Schließlich ist die Verwaltung auf dem eigenen Dateisystem viel effizienter und vor allem sicherer. Zudem bist du dann auch nicht abhängig von irgendwelchen kuriosen Dienstleistern.

Design-Pattern haben für dich nichts mit Programmierung zu tun.

Das erkennt schließlich jeder schon an dem Wort "Design".

Vererbung verstehst du nicht.

Klassen erben Funktionen von anderen Klassen? So ein quatsch. Du machst es dir da einfach, kopierst die nötigen Funktionen und schreibst diese kurz um.

Normalformen findest du überbewertet.

Datenbanken sollten möglichst simpel sein. Am besten steht alles in einer Tabelle, dann findest du alles auf den ersten Blick.

Für dich gibt es nur einen Datentypen.

Integer, Decimal, Varchar? Alles quatsch! Du schwörst auf Text, den mit 65.535 Zeichen bekommst du alles gespeichert.

Responsive Webdesign ist für dich nur eine Modeerscheinung.

Du glaubst nicht, dass sich responsive Webdesign durchsetzen wird, deswegen machst du alles Pixelgenau und baust du auch feste Textumbrüche ein.

Retina ist für dich Pflicht.

Grafiken müssen scharf sein, das ist klar. Gerade auf mobilen Endgeräten mit mobiler Datenverbindung ist es sehr wichtig, dass man die Besucher sofort mit scharfen Bildern überzeugt. Aus diesem Grund lädst du lieber alle Grafiken mit der maximal möglichen Auflösung von 2000 Pixeln!

Frameworks und Bibliotheken vertraust du nicht.

Dem Code von Fremden vertraust du nicht, zumal dieser meistens sowieso nicht so funktioniert, wie du es dir vorgestellt hast und du sowieso eine bessere Idee hast.


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